Natur Natur sein lassen! – Oder, Köln und seine wilden Waldgebiete

Wilde Waldgebiete in Köln wie in einem Nationalpark ?

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 Ja das gibt es auch in Köln, denn das ist das erklärte Ziel der sogenannten Naturwaldentwicklungsflächen im Kölner Wald. Rund 520 Hektar, das sind etwa 750 Fußballfelder! verteilt auf 20 Gebiete, bieten die Keimzellen für den Kölner „Urwald“. Das sind gut 16% des Kölner Waldes mit gut 6000 Hektar Waldfläche was wiederum fast 15 % der Kölner Stadtfläche ausmacht.

Flächenmäßig ist der Worringer Bruch und der Dünnwalder Wald mit der Isenborner Heide die beiden Größten Naturwaldentwicklungsflächen im Kölner Stadtgebiet.

50% der ältesten Eichen- und Buchenwälder im städtischen Wald stehen in diesen „Kölner Urwäldern“ und werden wieder der natürlichen Walddynamik überlassen. Unter vielen jungen Bäumen und Aufforstungen befinden sich auch die besonders schönen und alten Methusalem Bäume, wie die über 200 Jahre alten Bäume im Gremberger Wäldchen. 30 % der Bäume in diesen Naturentwicklungsflächen sind über 80 Jahre alt und gehören so zu den nicht nur wirtschaftlich wertvollsten Bäumen im Kölner Stadtgebiet.

Damit die natürliche Dynamik der Waldentwicklung möglichst ungestört ablaufen kann. Gelten hier besondere Regeln. Nach der Vorgabe durch den FSC® (Forest Stewardship Council)-Standard „sind das Flächen, die vor direkten menschlichen Eingriffen ungestört bleiben sollen, da Sie unter besonderer Berücksichtigung der Biotopwertigkeit und des Entwicklungspotenzials der Flächen für den Natur- und Artenschutz besonders wertvoll sind.

Hier unterbleiben Jagd und Holzeinschlag und fast alle waldbaulichen Maßnahmen. Lediglich Verkehrssicherungsmaßnahmen oder die gelegentliche Ernte von besonders an den Standort angepasstes und somit sehr wichtiges Saatgut wird hier durchgeführt wie zB. der erst nach 30-40 Jahren Fortpflanzungsfähigen Buche. Oder noch seltener, wenn dies erforderlich ist, Art & Biotopschutzmaßnahmen um besondere Biotope zu erhalten, oder im Sinne der Biodiversitätsstrategie zu entwickeln.

Meist handelt es sich um besonders Geschütze Gebiete wie Flora Fauna Habitate ( FFH ) oder Natur bzw. Landschaftsschutzgebiete. ( NSG ; LSG ) in den das allgemeine Waldbetretungsrecht für Besucher, aus nachvollziehbaren Gründen deshalb nicht gilt, und auch dringend Beachtet werden sollte.

Möchte man solche Flächen dennoch einmal legal besuchen, bieten sich von der Stadt Köln angebotene Führungen wie die besonders schöne Führung in den Worringer Bruch von Revierförster Hundt sehr an.( link). Oder man bleibt einfach auf den Wegen und genießt unsere zukünftigen Urwälder ungetrübt auch so.